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Lipödem erkennen in der Pubertät

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Lipödem Anzeichen erkennen in der Pubertät: Dein Guide

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7.4.2026
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5

Minuten
Dr. med. Stefan Rapprich
Facharzt für Dermatologie, Spezialist in Phleobologie & Medical Advisor
Du bemerkst Veränderungen an deinen Beinen, die sich anders anfühlen als bei deinen Freundinnen? Das kann beunruhigend sein, besonders in der Pubertät. Dieser Artikel hilft dir, Lipödem-Anzeichen richtig zu deuten und frühzeitig Unterstützung zu finden.
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Key Takeaways

Frühe Anzeichen eines Lipödems in der Pubertät sind unverhältnismäßige Fettansammlungen, Druckschmerzen und blaue Flecken.

Der DocReport (fachärztliche Telediagnose) bietet eine fachärztliche Telediagnose und kann deinem Hausarzt/deiner Hausärztin als Grundlage für Verordnungen dienen.

Eine Kombination aus Kompression, Bewegung und Lymphdrainage kann den Verlauf des Lipödems positiv beeinflussen.

Die Pubertät ist eine Zeit großer Veränderungen – nicht nur emotional, sondern auch körperlich. Bei manchen jungen Frauen zeigen sich in dieser Phase erste Anzeichen eines Lipödems. Durchschnittlich dauert es 7 Jahre, bis die korrekte Diagnose gestellt wird, bis Betroffene endlich die richtige Diagnose erhalten. Diese Zeit ist oft von Unsicherheit und dem Gefühl geprägt, nicht ernst genommen zu werden. Studien zeigen, dass eine frühe Diagnose und Therapie den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen können. Lass uns gemeinsam dafür sorgen, dass du schneller Klarheit bekommst und dich verstanden fühlst. In diesem Artikel erfährst du, welche Warnsignale du ernst nehmen solltest, wie du sie von anderen Veränderungen unterscheiden kannst und wie du den ersten Schritt zur Diagnose gehst. Wir begleiten dich auf diesem Weg und geben dir konkrete Tipps, wie du mit deinen Sorgen umgehen kannst.

Erste Anzeichen eines Lipödems in der Pubertät erkennen

Die Pubertät ist eine sensible Phase, in der sich dein Körper stark verändert. Es ist wichtig, genau hinzuschauen und Veränderungen bewusst wahrzunehmen. Ein Lipödem kann sich durch verschiedene Anzeichen bemerkbar machen. Dazu gehören unverhältnismäßige Fettansammlungen an den Beinen (oft symmetrisch an Ober- und Unterschenkeln) und/oder Armen, während der Körperstamm schlank bleibt. Auch Druckschmerzen in den betroffenen Bereichen, eine erhöhte Neigung zu blauen Flecken und ein Spannungsgefühl in den Beinen können erste Hinweise sein. Diese Symptome können zunächst leicht sein und im Laufe der Zeit zunehmen. diese Veränderungen nichts mit falscher Ernährung oder mangelnder Bewegung zu tun haben. Viele Mädchen mit Lipödem sind normalgewichtig oder sogar schlank. Es ist also wichtig, sich nicht selbst zu verurteilen, sondern die Anzeichen ernst zu nehmen.

Checkliste: Erste Anzeichen

  • Unverhältnismäßige Fettansammlungen an Beinen und/oder Armen
  • Druckschmerzen in den betroffenen Bereichen
  • Neigung zu blauen Flecken ohne erkennbaren Grund
  • Spannungsgefühl oder Schweregefühl in den Beinen
  • Symmetrische Verteilung der Fettansammlungen

Lipödem von anderen Erkrankungen abgrenzen

Es ist wichtig, die Anzeichen eines Lipödems von anderen Erkrankungen oder Veränderungen abzugrenzen. In der Pubertät kann es leicht zu Verwechslungen mit normaler Gewichtszunahme oder knotenartige Hautoberfläche kommen. Im Gegensatz zum Lipödem betrifft knotenartige Hautoberfläche jedoch hauptsächlich die Hautoberfläche und verursacht keine Schmerzen. Auch eine allgemeine Gewichtszunahme führt in der Regel zu einer gleichmäßigen Zunahme des Körperfetts, während beim Lipödem die Fettansammlungen unverhältnismäßig an Beinen und Armen auftreten. Eine weitere wichtige Unterscheidung ist das Lymphödem. Während beim Lipödem in erster Linie das Fettgewebe betroffen ist, handelt es sich beim Lymphödem um eine Störung des Lymphsystems. Ein Lymphödem verursacht oft Schwellungen an Füßen und Zehen (sog. Stemmer-Zeichen), was beim Lipödem in der Regel nicht der Fall ist. Wenn du unsicher bist, ob es sich um ein Lipödem oder eine andere Erkrankung handelt, solltest du dich unbedingt ärztlich beraten lassen.

Entscheidungshilfe: Bin ich betroffen?

  1. Sind deine Beine/Arme unverhältnismäßig dicker als dein Körperstamm?
  2. Hast du Druckschmerzen in den Beinen/Armen?
  3. Neigst du zu blauen Flecken ohne erkennbaren Grund?
  4. Hat sich dein Körpergefühl verändert?

Disproportion als Hauptmerkmal des Lipödems

Das auffälligste Merkmal eines Lipödems ist die Disproportion zwischen dem Körperstamm und den betroffenen Bereichen (Beine und/oder Arme). Das bedeutet, dass der Körperstamm schlank oder normalgewichtig sein kann, während die Beine und/oder Arme deutlich fülliger sind. Diese Disproportion kann so ausgeprägt sein, dass es schwerfällt, passende Kleidung zu finden. Oftmals müssen Betroffene unterschiedliche Größen für Ober- und Unterteile kaufen. Auch wenn sich viele Frauen in der Pubertät unwohl mit ihrem Körper fühlen, ist es wichtig, auf diese Disproportion zu achten. Sie ist ein wichtiges Warnsignal für ein Lipödem. Um die Disproportion zu verdeutlichen, kannst du Fotos von dir machen und den Umfang deiner Beine und deines Körperstamms messen. Sprich deine Beobachtungen offen mit deiner Ärztin/deinem Arzt an. Eine frühe Diagnose kann helfen, den Therapieweg rechtzeitig einzuleiten und die Lebensqualität zu erhalten.

Nächster Schritt: Dokumentation

  1. Mache Fotos von dir (vorne, seitlich, hinten)
  2. Miss den Umfang deiner Beine (Oberschenkel, Knie, Wade) und deines Körperstamms (Taille, Hüfte)
  3. Notiere deine Beobachtungen (Schmerzen, blaue Flecken, Spannungsgefühl)
  4. Sprich mit deiner Ärztin/deinem Arzt über deine Sorgen

Der hormonelle Zusammenhang: Östrogen und Lipödem

Hormone spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung und Entwicklung des Lipödems. Insbesondere das Hormon Östrogen steht im Verdacht, eine entscheidende Rolle zu spielen. Die Pubertät ist eine Zeit großer hormoneller Veränderungen, in der der Östrogenspiegel stark ansteigt. Dies könnte erklären, warum sich bei manchen jungen Frauen in dieser Phase erste Anzeichen eines Lipödems zeigen. Studien deuten darauf hin, dass Östrogen die Fettverteilung im Körper beeinflussen und die Entstehung von Lipödem-Fettgewebe fördern kann. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass nicht jede Frau mit hohen Östrogenspiegeln ein Lipödem entwickelt. Es müssen weitere Faktoren hinzukommen, wie beispielsweise eine genetische Veranlagung. Die Forschung zu den genauen Zusammenhängen zwischen Hormonen und Lipödem ist noch nicht abgeschlossen, aber es gibt deutliche Hinweise auf einen Zusammenhang. Eine aktuelle Studie von da Costa Viana (2025) unterstreicht die Bedeutung von Hormonen bei der Entstehung des Lipödems.

Wichtig zu wissen:

  • Hormone spielen eine Rolle bei der Entstehung des Lipödems
  • Östrogen steht im Verdacht, die Fettverteilung zu beeinflussen
  • Nicht jede Frau mit hohen Östrogenspiegeln entwickelt ein Lipödem
  • Weitere Forschung ist notwendig, um die genauen Zusammenhänge zu verstehen

Was du als Angehörige tun kannst

Wenn du als Mutter, Schwester, Freundin oder andere Angehörige bemerkst, dass ein junges Mädchen in deinem Umfeld Anzeichen eines Lipödems zeigt, kannst du eine wichtige Rolle spielen. Sprich deine Beobachtungen behutsam an und nimm die Sorgen des Mädchens ernst. Oftmals schämen sich Betroffene für ihre körperlichen Veränderungen und ziehen sich zurück. Zeige Verständnis und unterstütze sie dabei, sich ärztlichen Rat einzuholen. Begleite sie gegebenenfalls zum Arzttermin und stehe ihr zur Seite. Informiere dich selbst über das Lipödem, um besser zu verstehen, was in dem Mädchen vorgeht. Es gibt viele informative Webseiten, Broschüren und Selbsthilfegruppen, die dir weiterhelfen können. Gemeinsam könnt ihr den Therapieweg beschreiten und die Lebensqualität des Mädchens verbessern. Denk daran: Deine Unterstützung ist wertvoll und kann einen großen Unterschied machen.

Konkrete Unterstützung:

  • Sprich deine Beobachtungen behutsam an
  • Nimm die Sorgen des Mädchens ernst
  • Unterstütze sie bei der Arztwahl
  • Begleite sie zum Arzttermin
  • Informiere dich selbst über das Lipödem

Der frühe Therapieweg und Selbsthilfe

Je früher ein Lipödem erkannt wird, desto besser sind die Chancen, den Verlauf der Erkrankung positiv zu beeinflussen. Der Therapieweg ist vielfältig und umfasst in der Regel eine Kombination aus konservativen Maßnahmen und gegebenenfalls einer Liposuktion. Zu den konservativen Maßnahmen gehören Kompressionstherapie, Bewegungstherapie, Lymphdrainage und eine ausgewogene Ernährung. Die Kompressionstherapie hilft, Schwellungen zu reduzieren und das Gewebe zu entlasten. Bewegung, insbesondere Sportarten Sanfte, regelmäßige Bewegung aktiviert die Muskelpumpe und unterstützt den Lymphabfluss. Lymphdrainage kann helfen, angestaute Flüssigkeit abzutransportieren. Eine ausgewogene Ernährung unterstützt den Körper und kann Entzündungen reduzieren. In manchen Fällen kann auch eine Liposuktion in Betracht gezogen werden, um das überschüssige Fettgewebe zu entfernen. Sprich mit deiner Ärztin/deinem Arzt über die verschiedenen Therapiemöglichkeiten und finde gemeinsam den besten Weg für dich. Ergänzend dazu kannst du die LipoCheck-App nutzen, um deine Symptome zu tracken und den Therapieverlauf zu dokumentieren. Mit dem DocReport erhältst du eine fachärztliche Telediagnose mit konkreten Behandlungsempfehlungen, die du deinem Hausarzt/deiner Hausärztin vorlegen kannst.

Starte jetzt:

  1. Sprich mit deiner Ärztin/deinem Arzt über deine Beschwerden
  2. Informiere dich über die verschiedenen Therapiemöglichkeiten
  3. Nutze die LipoCheck-App, um deine Symptome zu tracken
  4. Probiere verschiedene Sportarten aus, die dir Spaß machen
  5. Achte auf eine ausgewogene Ernährung

Disclaimer: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung. Sprich mit deiner Ärztin/deinem Arzt, um eine Diagnose zu erhalten und den für dich geeigneten Therapieweg zu finden.

Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Rechtliche/regulatorische Vorgaben (z. B. des G-BA) können sich ändern. Maßgeblich sind die individuelle ärztliche Beratung und die aktuell gültigen Richtlinien. Stand der Angaben: 27.02.2026

FAQ

Ich habe Angst, dass meine Freundinnen mich wegen meiner Beine auslachen – was kann ich tun?

Es ist verständlich, dass du Angst vor Hänseleien hast. Sprich offen mit einer Freundin, der du vertraust, über deine Sorgen. Gemeinsam könnt ihr Strategien entwickeln, wie du mit blöden Kommentaren umgehen kannst. Wichtig ist, dass du dich nicht für deinen Körper schämst. Das Lipödem ist eine Erkrankung, für die du nichts kannst. Suche dir Verbündete, die dich unterstützen und dir Mut machen. Du bist nicht allein!


Kann ich trotz Lipödem kurze Hosen oder Röcke tragen?

Ja, natürlich! Lass dir von niemandem vorschreiben, was du tragen sollst. Wenn du dich in kurzen Hosen oder Röcken wohlfühlst, dann trage sie. Es ist wichtig, dass du dich in deinem Körper akzeptierst und dich nicht versteckst. Wenn du dich sicherer fühlen möchtest, kannst du Kompressionsstrümpfe unter deiner Kleidung tragen. Sie können helfen, Schwellungen zu reduzieren und das Spannungsgefühl zu lindern.


Gibt es spezielle Übungen, die ich in der Schule machen kann, um meine Beine zu entlasten?

Auch kleine Übungen im Schulalltag können helfen, deine Beine zu entlasten. Wippe im Sitzen mit den Füßen, um die Durchblutung anzuregen. Stehe in den Pausen auf und gehe ein paar Schritte. Du kannst auch deine Beine im Sitzen kreisen lassen oder die Zehen anziehen und wieder strecken. Sprich mit deiner Sportlehrerin/deinem Sportlehrer, ob du spezielle Übungen in den Unterricht einbauen kannst. Bewegung ist wichtig, um den Lymphfluss anzuregen und die Muskulatur zu stärken.


Meine Mutter glaubt nicht, dass ich wirklich Schmerzen habe – was soll ich tun?

Es ist frustrierend, wenn deine Schmerzen nicht ernst genommen werden. Versuche, deiner Mutter zu erklären, wie sich die Schmerzen anfühlen und wie sie deinen Alltag beeinträchtigen. Dokumentiere deine Schmerzen in einem Schmerztagebuch und zeige es deiner Mutter. Bitte sie, dich zu einem Arzttermin zu begleiten, damit die Ärztin/der Arzt ihr die Diagnose und die Behandlungsmöglichkeiten erklären kann. Es ist wichtig, dass du Unterstützung von deiner Familie erhältst.


Kann ich mit Lipödem trotzdem Leistungssport machen?

Ja, das ist möglich! Viele Frauen mit Lipödem sind sportlich aktiv und betreiben sogar Leistungssport. Sprich mit deiner Ärztin/deinem Arzt und deiner Trainerin/deinem Trainer über deine Erkrankung. Gemeinsam könnt ihr einen Trainingsplan entwickeln, der auf deine Bedürfnisse abgestimmt ist. Achte darauf, dass du die Kompressionstherapie auch beim Sport trägst, um deine Beine zu entlasten. Wichtig ist, dass du auf deinen Körper hörst und dich nicht überanstrengst.


Wie finde ich eine Ärztin, die sich wirklich mit Lipödem auskennt?

Die Suche nach einer Ärztin/einem Arzt, die/der sich mit Lipödem auskennt, kann eine Herausforderung sein. Frage in Selbsthilfegruppen oder Online-Foren nach Empfehlungen. Spezialisierte Phlebologen, Lymphologen oder Gefäßchirurgen sind oft gute Ansprechpartner. Achte darauf, dass die Ärztin/der Arzt Erfahrung mit der Diagnose und Behandlung von Lipödem hat und sich Zeit für deine Fragen nimmt. Ein gutes Zeichen ist, wenn die Ärztin/der Arzt dich umfassend untersucht und verschiedene Therapiemöglichkeiten aufzeigt.