Rundstrick oder Flachstrick?

Was ist der Unterschied zwischen rundgestrickten und flachgestrickten Kompressionsstrümpfen?
Rundgestrickte Kompressionsstrümpfe werden mit einer Strickmaschine hergestellt, die in jede Zeile immer die gleiche Zahl an Maschen knüpft. Bei kleinen Umfängen am Bein entsteht ein kleinerer Druck, bei größeren Umfängen wird der Druck größer. Bei großen Umfangsdifferenzen können rundgestrickte Kompressionsstrümpfe einschnüren. Flachgestrickte Kompressionstrümpfe werden auf einer Flachstrickmaschine hergestellt und dann maßgefertigt zusammengenäht. Daher hat eine Flachstrick-Versorgung immer eine Naht.

Wann werden rundgestrickte und wann flachgestrickte Kompressionsstrümpfe empfohlen?
Rundgestrickte Kompressionsstrümpfe werden bei Venenleiden (z.B. Krampfadern) oder beim Lipödem im Stadium I verordnet. Sie sind in der Regel dünner und komfortabler zu tragen. Bei größeren Umfangsunterschieden an den Beinen sollte flachgestrickt nach Maß versorgt werden, da rundgestrickte Strümpfe einschneiden. Eine Flachstrick-Versorgung ist beim Lipödem im Stadium II und III sowie beim Lymphödem erforderlich. Grundsätzlich ist eine Kompressionsversorgung nur sinnvoll, wenn tatsächlich ein Ödem durch Nachweis der Dellbarkeit vorliegt. Gelegentlich hilft Kompression auch gegen Schmerzen. Hier kommt es auf einen Therapieversuch an. Unabhängig von der Strickart ist die Kompressionsklasse. Sie gibt den Druck an, den der Strumpf auf das Gewebe ausübt. In der Regel wird für Lipödem die Kompressionsklasse 2 (CCL2) verordnet.